Lebensqualität

„Ich hab’ zwei Kammern mir erlaubt
und ein paar Klappen angeschraubt.
Das reicht fast aus – an und für sich,
auch gibt’s ’nen Vorhof – nur für mich.

Da steht mein Schlag-Zeug, das ich brauch,
denn ohne, stünd’ ich auf dem Schlauch;
mein Taktgefühl, das ist sehr gut;
der Rhythmus, der liegt mir im Blut.

So leb’ ich hier und mache Krach,
wenn nicht, dann wird der Mensch ganz schwach.
Hab’ mal pausiert, ein bisschen bloß;
mein Gott – da war die Hölle los …

Damit nicht kommt die Polizei,
hab’ ich nachts aufgehört – um zwei.

Durch meinen Lärm soll keiner leiden,
wollt Nachbarstreit ich doch vermeiden.
Aus Rücksicht stoppte ich das Schlagen,
da kam dann gleich der Krankenwagen.

Ich hab’s gelernt, werd’ nicht mehr stressen;
es wird mit zweifach Maß gemessen:
den Nachbarn kann man wohl verklagen,
doch ich … ich habe durchzuschlagen …


Schlag-Wort

„Heut’ war was los, ich sag es nur;
das war der Wahnsinn einfach pur.

Fing morgens an bis abends spät;
die halbe Welt komplett verdreht.
Ich blick’ das nicht, was hier passiert,
ist wohl ein Virus, der grassiert?
Der bricht in jedem Jahr mal aus,
die Presse macht was Großes draus.

An einem Tag in jedem Jahr,
wird Liebe scheinbar vielen klar.
Geherzt wird dann der Blumenspender:
steht Valentin auf dem Kalender.

Ich steh’ auf Liebe Datums-los,
ganz süß und undramatisch bloß;
von Tag zu Tag in kleinen Dosen,
von Herz zu Herz … auch ohne Rosen …“


Sinn-los

Ein Herz das lauscht dem Menschenwort;
wird viel gesagt – in einem fort.
Es stutzt sehr oft bei Ansichtssachen
und kann sich keinen Reim drauf machen:
♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥

„Verstehen kann ich eines nicht
und dabei hat es viel Gewicht:
Ist Jemand sorglos … kühn dazu,
wird abgestempelt er im Nu.

Das schnelle Handeln ohne Scheu,
ist diesem Jemand gar nicht neu.
Sein Leben geht mit leichtem Schritt;
sein Lachen, das nimmt jeden mit.
Er sieht und hört mit wachem Geist;
bei Hilferuf zur Stelle meist.
Ihm schmeckt das Leben live und pur,
er riecht und kostet die Natur.
Mit Haut und Haaren taucht er ein,
in ALLES und zwar … sinnlich! … fein!

Mit leichten Sinnen lebt’s sich gut;
die Ansicht doch – macht keinen Mut:

Man nennt ihn wüst und achtlos auch,
im diesem deutschen Sprachgebrauch.

Der arme Leicht-Sinn, ja der weint …
… er hat es wirklich gut gemeint …


Schlag Sieben

Ein Herz, schon vor dem Wecker auf,
denkt nach über den Tagverlauf:

„Gleich springt er hoch, weil viel zu spät,
und in die Rush-Hour gerät.
Da wird gehupt und auch gedroht;
nur knapp entkomm’ ich oft dem Tod.
Und bei dem Job, da geht es weiter,
mit Stress empor die Business-Leiter.

Bin nicht allein – auch klagt die Leber;
wir woll’n ’nen neuen Arbeitgeber.


90 – 60 – 90

Ein Herz, dort in der dunklen Brust,
spürt manchmal einen kleinen Frust.

„Der Mensch, verpflegt sich äußerlich,
doch keiner kümmert sich um mich.

Frisch vom Friseur, neu coloriert;
das beste Make-up ausprobiert;
Gel auf den Nägeln und im Haar;
zu fünfzig Schuh’n – das nächste Paar.
Die Beine im Design-Gewand,
und einen Brilli an der Hand;
Bauch, Beine, Po streng kontrolliert,
mit teuren Salben eingeschmiert.

Damit man auch zu mir mal schaut,
brauch ich wohl ’ne Orangenhaut.

Und dann … kam man mir nahe doch;
ich freute mich im dunklen Loch.
So viel Beachtung plötzlich – JA!
Ich fass es nicht, man nimmt mich wahr!

Am Ende tat es ziemlich weh,
… es war dann eine Brust-OP …


Preis-$chlager

Ein Herz, das hört sich um die Welt,
und immer fällt der Name „Geld“.

„Wer ist das nur, den alle mögen;
vielleicht sogar dafür betrögen?
Hat sehr viel’ Freunde … überall,
fliegt um die Welt mit Überschall.
Wenn mal nicht da, stöhnt jeder gleich,
verängstigt … und im Antlitz bleich.

Soll DAS denn wahre Liebe sein?
Ich schau’ ihn mir mal, an den Schein.
Mein Eindruck: … etwas stimmt da nicht:
das Geld hat viel zu viel Gewicht.

Doch frag’ ich mich … hier … im Bequem’,
was könnt’ ich für ’nen Schlag wohl nehm’ …?


Ich bin klein … mein Herz ist Reim …

Ein Herz räumt seine Kammer auf,
liegt Ungereimtes; schlägt’s mal drauf:

„Wenn zwei sich streiten, sagt man so,
freut sich ein Dritter irgendwo.
Das find’ ich seltsam und kurios,
wer freut sich über’s Streiten bloß.
Ob das so stimmt, bleibt zweifelhaft,
weil streiten, kostet sehr viel Kraft.

Wenn zwei sich mögen herzenswarm,
passt auch ein Dritter in den Arm …“